by Sunny Sunshine® » 17. Jul 2004, 15:13
So einfach ist das garnicht mit der Aussoehnung und der damit verbundenen Anerkennung und sieht aus anderer perspektive leichter aus wie getan:
Vom Ureinwohner zum Sozialfall
Die Aborigines leben seit etwa 40 000 Jahren in Australien. Doch als 1788 die Besiedlung des fünften Kontinents begann, standen sie den Neu-Ankömmlingen im Weg. Zunächst wurde zwar nur eine Sträflingskolonie errichtet (dort wo heute Sydney steht), doch im Laufe der Jahre folgten englische Siedler. Da die Ureinwohner bis 1967 nicht als Menschen galten, sondern der Tier- und Pfanzenwelt zugerechnet wurden, war ihre Vertreibung und Diskriminierung ein leichtes: Sie hatten keine Bürgerrechte, durften nicht wählen, und verelendeten ohne staatliche Unterstützung. heute liegt ihre Lebenserwartung bei 30 Jahren.
Das Drama um die Aborigines
Die Aborigines sind die Ureinwohner Australiens. Als die Briten 1788 mit der Besiedlung der "Sträflingskolonie" begannen, erklärten Sie Australien zum "Terra Nullis". Zu einem Land, das niemanden gehört. Viele Aborigines wurden als "Wilde" umgebracht. Die Einwanderer ignorierten dabei, dass die Aborigines zu dieser Zeit bereits 50 000 Jahre hier lebten. Noch bis Ende der 60er Jahre war es per Gesetz erlaubt, Aborigine-Familien ihre Kinder wegzunehmen. Noch immer steht dafür eine Entschuldigung der weißen Regierung aus. Es gibt noch etwa 350 000 Aborigines in Australien (2,1 % der Bevölkerung). Sie sind sozial benachteiligt, sterben im Schnitt 20 Jahre früher, 38 % sind Arbeitslos, über ein Drittel gilt als Drogen- oder/und Alkoholabhängig.
Wuerde man Sie ankennen als Ureinwohner wuerden sie damit automatisch Rechte an Australien, Grund und Boden, erhalten und wären rechtlich in der Lage viele "heutige" Einheimische von Ihrem Grund zu verklagen. Von der Wiedergutmachung in AU $ mal ganz zuschweigen.
Ein Problem was nicht so einfach zu lösen ist .... menschlich nicht und auch nicht rechtlich. Und immerhin sind sie ""erst"" 37 Jahre Menschen.
Ich glaube es braucht noch viele Jahre um das Problem in den Koepfen der Australier zu verändern, zum positiven.
Die von John Howard im Ausland kritisierte fehlende Entschuldigung findet in den o.a. Tatsachen ihre rechtliche Begruendung. Wie kann er sich fuer etwas entshuldigen was nicht ist. Sorry fuer die folgende Bemerkung .... aber es waren lt. Gesetz Tiere, zumindest im Sinne der englischen Krone.
Ein Problem was im Ausland nicht so ohne weiteres verstanden werden kann, zumal den meisten die Geschichte Australiens nicht so vertraut ist.
Traurig aber wahr - und kaum ein Weg in Sicht es zu ändern, außer das bekanntlich die Zeit viele Wunden heilen kann.
Ich moechte mich bei allen entschuldigen denen ich mit diesem Artikel vielleicht auf die Fuesse trete. Es war und ist nicht beabsichtig. Es ist eine Bewertung aus meiner persönlichen Sicht.