Hallo oz-explorer
Unter welcher Tel.-Nummer kann man eigentlich den Flying Doctor Service erreichen und wie funktioniert die Alarmierung, wenn man mitten im Outback ist, ohne Handynezverbindung?
Oyntzi
Moderators: Kamil, oz-explorer


Herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Entschuldigen Sie die späte Antwort. Ich bin erst vor zwei Tagen von meinem letzten Einsatz beim RFDS nach Deutschland zurück gekehrt.
Es ist tatsächlich so, dass der Flying Doctor hilft, und nicht fragt, ob der Hilfesuchende Geld hat, oder nicht. Unter bestimmten Vorraussetzungen, wie zum Beispiel einer gültigen Krankenversicherung, ist diese Hilfe kostenlos. Ich kenne deutsche Bürger, die im Notfall vom RFDS Hilfe bekamen und nichts bezahlen mußten. Natürlich muss das ein medizinischer Notfall sein. Wenn man seinen Notsender bei einer Reifenpanne aktiviert, dann kann es recht teuer werden.
Bei einem meiner letzten Einsätze, einem Clinic Flight von Port Hedland nach Marble Bar, habe ich einen deutschen Flying Doctor kennen gelernt, Dr. Matthias Weinig, Senior Medical Officer in der RFDS Base in Port Hedland.
Ihm habe ich mal Ihre Frage gemailt und bekam diese Antwort:
Kein Problem Hans
Also ich kann natuerlich nur fuer die Western Operations sprechen, daher fuer West Australien. Es ist in der Tat so das der Flying Doctor nichts kostet, weder fuer Australier noch fuer Touristen. Es gibt natuerlich ein "ABER".
Die Fluege zwischen Krankenhaeusern werden vom Staat bezahlt, daher der Staat zahlt dem RFDS Geld fuer die sogenanntenn Inter Hospital Transfers. Primary Recovery, daher der RFDS fliegt an den Unfall Ort kosten an sich nichts aber der RFDS berechent die Kosten wenn es einen Versicherungstraeger gibt der dafuer aufkommen muesste. Zum Berispiel bei einem Bergwerksunfall wuerden die Kosten der Berufgenosschenschaft in Rechung gestellt. Wenn Touristen eine Reisekrankenversicherung haben dann werden die Kosten der Versicherung berechent. So ist das zumindest in West Australien. Ein Flug von Derby in den Kimberly nach Perth kostet etwa $15.000, wenn wir das Geld zurueck bekommen koennen spart das allerand and Spendensammlen. Bei dem erwaehnten Betrag handelte es sich um $1200, das ist ansich nicht viel fuer einen Flug (etwas weniger als eine Flugstunde) und ich denke es handelt sich dabei um einen Teilbetrag, das ist natuerlich nur Spekulation. Wir fragen aber nicht nach dem Geld wenn wir den Patienten einsammeln, und auch wenn wir wissen das er oder sie nichts hat nehmen wir den Patienten trotzdem mit. Manche Medikamente werden der Krankenkasse des Patient berechent wie z.B Metaplase (Thrombolytikum) kostet etwa $1200 per Anwendung. Ein Wort der Warnung: es gibt kein Gegenseitigkeitsabkommen hinsichtlich der Krankenversicherung mit Deutschland. Daher wenn was passiert muss man fuer die Behandlung bezahlen, eine Verischerung ist also immer angeraten. Ob die Krankenhaeuser bei einer Verlegung des Patienten mit RFDS die kosten berechen weiss ich nicht.
Gruesse
Es ist sicher in manchen Einzelfällen unterschiedlich, wie es gehandhabt wird, Dr. Weinig spricht ja auch für die Western Operations des RFDS. Vielleicht konnte ich Ihnen damit etwas Ihre Frage beantworten.

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