Hallo liebe potentielle Neuseeland-Reisende. Wie viele Backpacker vor uns kamen auch wir in Auckland an und sahen uns dort nach einem Auto für die Reise durch das Land um. Dabei stießen wir auch auf den Backpacker Car Market (BCM) im Zentrum von Auckland (East St nahe Karangahape Road).
Nachdem wir nun ein bisschen mit dem BCM zu tun hatten, müssen wir zukünftige Autosuchende warnen, dort ihr Auto zu kaufen. Es gibt im Endeffekt einfach zu viele Ungereimtheiten, die zumindest uns dann von einem Autokauf abhielten.
Zusammengefasst sollten folgende Punkte euch zu denken geben:
1. Ihr kennt nicht den Verkäufer:
Der BCM behauptet von sich selbst, dass dort Autos von Backpackern an Backpacker verkauft werden. Ihr werdet aber höchstwahrscheinlich nie die Verkäufer sehen oder ihre Namen bzw. Telefonnummern o.ä. erfahren. Der BCM redet sich damit raus, dass sie diese Daten geheim halten müssen. Wenn es dann doch eine Anfrage gibt, die nur der Verkäufer entscheiden kann, dann ist dieser entweder nicht erreichbar oder der BCM ruft eine Nummer an und gibt euch das Telefon und ihr sprecht mit jemanden, der der Verkäufer sein könnte - wobei es schon merwürdig ist, wenn sich ein harter osteuropäischer Akzent namens "Barak" meldet, wenn das Auto doch eigentlich einem "David Matthew Stevens" gehören sollte.
2. Ihr könnt die Autoinspektion nur bei der Werkstatt gegenüber machen:
Der BCM sagt, dass sie selbst nicht die Zeit haben, die Autos weiter weg zu anderen Werkstätten zu fahren und der Verkäufer selbst entscheiden muss, ob ihr das Auto selbst zu einer Werkstatt fahren dürft. Daher läuft es im Endeffekt darauf hinaus, dass das Auto auf der Straßenseite gegenüber von der Werkstatt durchgecheckt wird. Vielleicht sind die Jungs dort kompetent - ich weiß es nicht -, aber dort kostet der Check 155 NZD, während ich zwei Straßen weiter bei einer AA-zertifizierten Werkstatt nur 92 NZD zahlen musste.
Als wir darauf bestanden, den Check bei einer anderen Werkstatt zu machen, wurde uns "der Verkäufer" (siehe oben) am Telefon gegeben und dieser war damit überhaupt nicht einverstanden.
3. Ihr bekommt den Legacy-Check nie zu Gesicht:
Beim BCM wird euch erzählt, die Autos könnten nur angeboten werden, wenn sie auch legal wären. Aber diesen Legalitätsnachweis, den der BCM ja dann eigentlich haben müsste (eigentlich handelt es sich dabei um einen V.I.R. - einen Vehicle Information Report - siehe z.B. www.motorweb.co.nz), können/dürfen sie euch angeblich nicht zeigen. Damit will ich nicht sagen, dass die Autos dort alle geklaut sind, aber warum sollte der BCM so eine essentielle Information, die er zudem noch selbst seinen Kunden empfielt, nicht herausgeben dürfen?
4. Ihr bekommt für eure Anzahlung keinen Nachweis:
Sobald ihr euch für ein Auto entschieden habt, müsst ihr 800 NZD Anzahlung ("Deposit") zahlen, um das Auto sozusagen zu blocken für andere Käufer. Ihr bekommt aber dafür keine Quittung o.ä. Wenn ihr dann evtl. einen Rückzieher von dem Geschäft machen wollt, kann es passieren, dass der BCM euch sagt, das gehe nicht, weil das Geld schon auf dem Konto des Verkäufers wäre und er dies dann zurücküberweisen müsse.
5. Ihr könnt die Testfahrt nicht selbst machen:
Die BCM-Leute sagen, dass wäre nicht sicher, weil ja alles mögliche passieren könnte und dann der BCM dafür haften müsse. Mal davon abgesehen, ob sowas wirklich stimmt (wenn ich einen Unfall verursache, bin ich doch immer noch selbst dafür haftbar, oder?) - wie will ich ein Auto bewerten, dass ich nicht einmal selbst fahren durfte?
6. Die Leute erzählen euch eine Menge:
Das gilt natürlich für alle Verkäufer auf der ganzen Welt. Daher ist dies eher ein genereller Hinweis: Nimmt euch ruhig die Zeit, merkt euch was die euch heute sagen und was sie dann vielleicht morgen sagen und was ihr dann vielleicht selbst herausfindet. Es ist alles ausgesprochen "dodgy". Die Mitarbeiter des BCM hatten uns am ersten Tag ein Auto gezeigt, was 10.000 NZD kosten sollte, und meinten, dass wäre noch am selben Abend weg. Nach einer Woche steht es immernoch dort. Weiterhin wurde gesagt, der Change of Ownership koste 30 NZD - in der Post bezahlt man dafür 9,41 NZD. Kleinigkeiten, aber in der Summe eben merkwürdig.
Wir kamen aus der Sache vergleichsweise glimpflig raus und verloren nur unsere 155 NZD an die Werkstatt für die Inspektion. Die 800 NZD wurden uns nach dem Telefonat mit dem angeblichen Verkäufer ein paar Stunden später, als wir wieder dort auftauchten, ohne weitere Worte in einem Umschlag gegeben.
Leute, spart euch Stress und geht dort nicht hin. Wenn ihr ein Auto kauft achtet darauf, dass
1. ihr es selbst fahren dürft,
2. der Verkäufer auch der Besitzer ist,
3. ihr eine Inspektion bei einer Werkstatt euer Wahl machen dürft,
4. der Legacy Check okay ist,
5. ihr den Verkäufer/Besitzer kennenlernt und mit ihm reden/verhandeln könnt und
6. ihr ein gutes Gefühl dabei habt.
Punkt 6 ist beim Autokauf zwar etwas schwierig, aber ihr wisst, was ich meine, wenn ihr einmal mit dem BCM zu tun hattet. Da hat man unterschwellig immer das leichte Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Ansonsten wünsche ich euch allen noch viel Spaß in NZL.
Cheers,
Anne und Sebastian.


